Allgemeine Informationen

 

European Energy Award (EEA)

Bei einem externen Audit am 25.11.2021 konnte die Stadt Wehr mit nahezu 53% die benötigten Punkte für die Auszeichnung des European Energy Award erreichen. Damit werden die seit vielen Jahren durchgeführten vielfältigen Aktivitäten und Anstrengungen der Stadt zum Klimaschutz und zur Optimierung des Energieverbrauchs auch von unabhängiger Seite gewürdigt und bestätigt.

Der European Energy Award (eea) ist ein Programm für umsetzungsorientierte Energie- und Klimaschutzpolitik in Städten, Gemeinden und Landkreisen. Mit dem eea werden kommunale Energie- und Klimaschutzaktivitäten systematisch erfasst, bewertet, kontinuierlich überprüft und umgesetzt.

Hier geht's zum Nahwärme-Fragebogen. Alternativ können Sie den Fragebogen auch online beim Energiedienst ausfüllen.

Die Stadt Wehr startet mit dem Energiewendetag am 8.Oktober die Wärmewende-Kampagne des Landkreis Waldshut in Kooperation mit der Energieagentur Südwest, um ihren Bürgerinnen und Bürgern unabhängige und neutrale Infomationen, Veranstaltungen und individuelle Energieberatung anzubieten. Die Wärmewende ist ein großer, aber wichtiger und notwendiger Schritt und kann nur gelingen, wenn alle mitmachen. Gute 2/3 des Wärmebedarf in Deutschland gehen auf das Konto von privaten Haushalten. Die Wärmewende kann nur gelingen, wenn auch die Privathaushalte ihren Beitrag dazu leisten. Das Potenzial an erneuerbarer Wärme im Landkreis ist enorm, so natürlich auch in Wehr. Das bestehenden Wärmenetz erweitern, neue Nahwärmenetze entwickeln, die Potenziale der Abwärme prüfen, Gebäude sanieren und Dächer für Photovoltaik oder Solarthermie nutzen, das sind Voraussetzungen für die Wärmewende.

Die Energieagentur Südwest unterstützt Privathaushalte bei der Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen oder der Realisierung von PV- und Solarthermieanlagen sowie der Erneuerung der Heiztechnik mit unabhängiger und neutralen Energieberatungen um individuell auf Gebäude einzugehen und die jeweilige beste Lösung zu finden.

Auch für Unternehmen werden gezielt Beratungen angeboten.

Hierbei handelt es sich um kostenlose und neutrale Betriebsanalysen, um Energie- und Materialeffizienzpotenziale in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu identifizieren.

Bei einem kostenfreien und unverbindlichen Unternehmensrundgang werden Einsparpotenziale im Bereich Energie- und Materialnutzung ausgemacht, wodurch Unternehmen ihre Kosten drastisch senken, ihre CO2 Emissionen reduzieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können.

Nach dem Unternehmensrundgang erhalten die Unternehmen einen individuellen Bericht mit konkreten Handlungsempfehlungen und geeigneten Fördermöglichkeiten. Zudem sind sie berechtigt einen Beratungszuschuss von bis zu 550 €/Tag für max. 10 Beratungstage bei der L-Bank zu stellen.

Am Energiewendetag am 8.Oktober im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntag auf dem Talschulplatz werden auch Energiespezialisten der Energieagentur ab 12:00 Uhr mit umfangreichen Infomaterial und mit ihrem breiten Fachwissen für Fragen zur Verfügung stehen.

Im Rahmen der Kampagne werden folgende Vorträge stattfinden:

Schritt für Schritt zur Sanierung
Mittwoch, 25.10.2023, 19:00 Uhr
Stadthalle Wehr, kleiner Saal

Bewertung des eigenen Gebäudes

Schritte zur Gebäudesanierung

Rechte, Pflichten und Förderprogramme

Die verschiedenen Heiztechniken
Dienstag, 14.11.2023, 19:00 Uhr
Stadthalle Wehr, kleiner Saal

Technische Anforderungen

Rechte, Pflichten und Förderungen

Realisierung von PV-Anlagen
Montag, 11.12.2023, 19:00 Uhr
Stadthalle Wehr, kleiner Saal

Wirtschaftlichkeit und Eigenversorgung

Einordnung der Ausgangsbedingungen

Parameter zur Auslegung PV-Anlage

Zu all Diesen Themen und allen anderen Fragen um Umwelt- und Klimaschutz werden ab dem 26.10.2023 wieder Energieberatungen durch die Energieagentur Südwest im Wehrer Rathaus stattfinden.

Terminvereinbarungen für die ca. 45-Minütgen Beratungen unter:

Irina Schumacher Greiner, 07762 808-512, irina.schumacher-greiner(@)wehr.de oder

Sven Geiger, 07762 808-504, sven.geiger(@)wehr.de.

Die Stadtverwaltung lässt in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken, dem Energiedienst Rheinfelden und dem Ingenieurdienstleister RBS Wave eine kommunale Wärmeplanung für das gesamte Stadtgebiet Wehr-Öflingen erstellen.

Warum eine kommunale Wärmeplanung wichtig ist:

Das Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg gibt vor, dass alle Kommunen bis ins Jahr 2040 klimaneutral sein sollen.

Klimaneutral bedeutet, dass die Einwohner einer Kommune nur noch ein so genanntes „klimaverträgliches Maß“ an Treibhausgasen verursachen und damit keinen Einfluss auf das Klima haben. Das sind nach dem aktuellen Stand der Diskussion jährlich ca. 1,5 Tonnen CO² pro Einwohner, im Moment liegen wir in Wehr bei rund 6t.

Die Wärme- und Kälteversorgung macht rund die Hälfte des gesamten deutschen Endenergieverbrauchs aus – dementsprechend groß ist das vorhandene Einsparpotenzial. Die Klimaziele des Bundes und des Landes können nur erreicht werden, wenn auch die Wärmewende gelingt. Für dieses Gelingen spielen die Kommunen eine entscheidende Rolle.

Die großen Städte ab 20.000 Einwohnern sind zur Wärmeplanung verpflichtet und müssen den Regierungspräsidien bis zum 31. Dezember 2023 einen Wärmeplan vorlegen.

Kleinere Kommunen sind bis jetzt noch nicht verpflichtet, werden aber bei einer freiwilligen Wärmeplanung durch Förderungen unterstützt.

Es ist zu erwarten, dass aber die Pflicht zur kommunalen Wärmeplanung auch auf Städte ab 10.000 Einwohnern erweitert wird, dann allerdings wird es keine Fördermöglichkeiten mehr geben.

Die Stadt Wehr hat diese Förderzusage erhalten und wird vom Land mit 80% der anfallenden Kosten bei der Wärmeplanung unterstützt.

Ein kommunaler Wärmeplan bildet die Grundlage, um eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen. Mit Hilfe dieses Fahrplans sollen die Kommunen, die richtigen Entscheidungen treffen. Genauso soll er auch alle anderen lokalen Akteure bei Investitionsentscheidungen unterstützen.

Auch werden mögliche Förderungen für Maßnahmen hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung an eine durchgeführte kommunale Wärmeplanung geknüpft sein.

Was auf dem Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung bisher unternommen wurde:

Bereits im Jahr 1995 wurde das Nahwärmenetz „In den Höfen“ zur Versorgung des Seniorenzentrums der Bürgerstiftung sowie des Wohngebietes "In den Höfen" gebaut.

Mit dem Bau des Holzhackschnitzelheizwerkes bei der Seebodenhalle im Jahr 2008 wurde die Wärmewende in Wehr eingeläutet. Mit dem Neubau einer Wärmezentrale bei der Mediathek und dem Ausbau des Wärmenetzes „Im Tal“ wurde dieser Weg im Jahr 2016 konsequent weiter beschritten. Inzwischen sind die Netze „In den Höfen“ und „Im Tal“ miteinander verbunden und der Ausbau des innerstädtischen Wärmenetzes erfolgt kontinuierlich.

Mit der kommunalen Wärmeplanung werden aber auch für Bereiche, in denen die Voraussetzungen an einen Anschluss an die Nahwärme nicht gegeben sind, die Möglichkeiten einer klimaneutralen Wärmeversorgung geprüft und aufgezeigt.

Ablauf und Erkenntnisse aus der Wärmeplanung:

Der erste Schritt ist die Erhebung des aktuellen Wärmebedarfs und -verbrauchs und der daraus resultierenden Treibhausgas-Emissionen, einschließlich Informationen zu den vorhandenen Gebäudetypen und den Baualtersklassen, der Versorgungsstruktur aus Gas- und Wärmenetzen, Heizzentralen und Speichern sowie Ermittlung der Beheizungsstruktur der Wohn- und Nichtwohngebäude.

Der nächste Schritt ist die Ermittlung der Potenziale zur Energieeinsparung für Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme in den Sektoren Haushalte, Gewerbe-Handel-Dienstleistungen, Industrie und öffentlichen Liegenschaften sowie die Erhebung der lokal verfügbaren Potenziale erneuerbarer Energien, KWK- und Abwärme.

Daraus ergibt sich eine mögliche Entwicklung eines Szenarios zur Deckung des zukünftigen Wärmebedarfs mit erneuerbaren Energien zur Erreichung einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Dazu gehört eine räumlich aufgelöste Beschreibung der dafür benötigten zukünftigen Versorgungsstruktur im Jahr 2040 mit einem Zwischenziel für 2030. Dies gelingt durch die Ermittlung von Eignungsgebieten für Wärmenetze und Einzelversorgung

Als Ergebnis der kommunalen Wärmeplanung steht die Formulierung eines Transformationspfads zur Umsetzung des kommunalen Wärmeplans, mit ausgearbeiteten Maßnahmen, Umsetzungsprioritäten und Zeitplan für die nächsten Jahre und einer Beschreibung möglicher Maßnahmen für die Erreichung der erforderlichen Energieeinsparung und den Aufbau der zukünftigen Energieversorgungsstruktur.

Für weitere Fragen können Sie sich jederzeit an den Klimaschutzmanager der Stadt Wehr Sven Geiger wenden. Sie erreichen ihn unter 07762 808-504 oder sven.geiger(@)wehr.de.

Seit dem 24. Februar führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Eine der Folgen dieses Krieges ist, dass die Preise für die fossilen Energieträger Öl und Gas, aber auch für Strom, exorbitant gestiegen sind. Es ist deshalb – insbesondere auch im Hinblick auf die Energieversorgung im kommenden Winter – notwendig, dass alle Teile der Gesellschaft Energieeinsparungen vornehmen; dies betrifft neben der Wirtschaft und den privaten Haushalten insbesondere auch die Kommunen.

Die Stadtverwaltung Wehr hat daher einen Stufenplan erarbeitet, der – je nach Entwicklungen in der Ukraine und auf dem Energiemarkt – in den kommenden Monaten umgesetzt werden soll. Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, die kurzfristig umgesetzt werden (bzw. bereits wurden) sowie um Maßnahmen, die getroffen werden, wenn die Energiekrise noch weiter voranschreitet.

Unabhängig von der aktuellen Entwicklung ist die Stadt Wehr bereits seit Jahren damit beschäftigt, alle Möglichkeiten der Energieeinsparung zu prüfen und gegebenenfalls umzusetzen. Dabei spielte vor allem die Loslösung von fossilen Energieträgern und die Hinwendung zu regenerativen Energien wie Photovoltaik, Solarthermie und Holz eine bedeutende Rolle. Darum sind die Verantwortlichen in der Stadt auch in der momentanen Situation nicht unvorbereitet. So wurde bereits 2013 mit der Gründung der Stadtwerke der systematische Aufbau eines Nahwärmenetzes mit dem regenerativen Energieträger Holzhackschnitzel aus heimischen Wäldern begonnen. Seit 2017 wird ein Großteil der städtischen Gebäude (Schulcampus Zelg mit Kindergärten, Talschulcampus, Seebodenhalle, Stadthalle und Rathäuser) mit Nahwärme aus CO2-neutralen Holzhackschnitzel beheizt. Die Erweiterung des Nahwärmenetzes findet derzeit statt, weitere Netzausbauten sind für die kommenden Jahre geplant.

Zudem wurde 2021 eine „Handlungsanleitung Energie“ für die Einrichtungen der Stadt erarbeitet, in der z.B. die max. Raumtemperaturen in der Heizperiode festgelegt wurden.

Folgende Maßnahmen zur Energieeinsparung sieht die Stadtverwaltung vor:

  1. Schnell umsetzbare Maßnahmen (wurden bereits oder werden zum September umgesetzt)
  • Die repräsentative Beleuchtung der St. Martins- und der Friedens-Kirche, sowie des Alten und des Neuen Schlosses und von Burg Werrach wird im Einvernehmen mit den Kirchengemeinden ab dem 01.09. eingestellt. Dies ist neben der Stromersparnis insbesondere auch ein Zeichen an die Bevölkerung, dass nun alle gemeinsam zum Energieeinsparen aufgerufen sind.
  • Straßenbeleuchtung: Den größten Stromverbrauch bei der Stadt Wehr erzeugt die Straßenbeleuchtung. Durch die durchgehende Absenkung der Lichtintensität und kontrollierte Abschaltung einzelner Leuchten wird eine Stromersparnis von ca. 30% erzielt. Diese Maßnahme wird im Laufe des Septembers umgesetzt. Da hier auch sicherheitstechnische Aspekte zum Tragen kommen, wird es keine Abschaltung der Straßenbeleuchtung geben.
  • Die Sporthallen in Wehr und Öflingen werden zukünftig nur noch auf 18°C beheizt. Die Warmwasserbereitung für die Duschen wird eingestellt. Gerade das warme Wasser kostet viel Energie, so müssen teilweise 1.500 l ständig auf über 60°C erhitzt werden. Das Dusch-Angebot wird aber tatsächlich sehr schlecht angenommen. Diese Maßnahmen bedeuten eine Einsparung von ca. 20% der Energie, die sonst in diesem Zeitraum verbraucht werden würde.
  • Schwimmbäder: Die Beheizung der Schwimmbecken des Freibades wird seit Juni nur noch mit der vorhandenen Solarthermie-Anlage betrieben, eine zusätzliche Erwärmung mit Gas findet nicht mehr statt.
  • Auch für die Verwaltungsgebäude wurden die Raumtemperaturen festgelegt, so werden die Büroräume auf max. 19°C beheizt (Achtung: Beheizung mit Nahwärme!), Räume, die nicht dem ständigen Aufenthalt dienen werden nicht mehr beheizt. Zum Händewaschen wird nur noch kaltes Wasser zur Verfügung gestellt.
  • Schulen und Kindergärten werden in der Heizperiode auf 20°C (bei Nahwärmeanschluss) beheizt werden. Im Zuge der Gleichbehandlung sollen auch die Gasbeheizten Schul- und Kindergartengebäude zunächst auf 20°C beheizt werden, Einsparpotenzial hier ca. 15%. Sollte sich eine bundesweite Gas-Mangellage ergeben, würde bei diesen Gebäuden die Vorgaben des Bundes umgesetzt.
  1. Mittelfristige Maßnahmen
  • Bei einer weiteren Anspannung am Energiemarkt muss die Öffnung des Hallenbads im November geprüft werden. Aktuell ist vorgesehen, das Hallenbad wie jedes Jahr zum 1.11. zu öffnen. Da aber das Hallenbad der mit Abstand größte Gasverbraucher der Stadt ist, muss dies aktuell unter den Vorbehalt der Gasverfügbarkeit gestellt werden. Ein Geschlossenhalten des Hallenbades würde eine Einsparung von ca. 17.000 kWh Strom und ca. 400.000 kWh Gas bedeuten, was eine Energieeinsparung von ca. 48% des Jahresgasbedarfs der Bäder bedeuten würde.
  • Bei einer Verschärfung der Situation könnte die 4-Tage-Woche in der Stadtverwaltung eingeführt werden, auch die Zusammenlegungen von Büros und der Schließung ganzer Etagen wird geprüft. Hier könnte die Stadt ca. 20% der Energiekosten im Vergleichszeitraum einsparen.
  • Ein weiterer, großer Energieverbraucher der Stadt ist die Kläranlage. Hier wurden in den vergangenen Jahren durch die Einrichtung der Klärschlammfaulung mit Verwertung der Faulgase über BHKW rund 40 % Strom- und 70 % Gas-Verbrauch kompensiert. Aktuell werden hier Angebote für die geplante 100 kWp Photovoltaik-Anlage geprüft. Bei einer Installation der Anlage in Verbindung mit einem zweiten Blockheizkraftwerk, das ausschließlich mit Klärgasen betrieben wird, könnte sich der Anteil des selbstproduzierten Stroms von momentan 55% auf 71% erhöhen. Dies würde eine Ersparnis von 100.000 kWh im Jahr bedeuten. Dadurch ergäbe sich eine Einsparung von ca. 35% des Jahresstromverbrauches.
  • Weihnachtsbeleuchtung: Die Weihnachtsbeleuchtung wurde vor einigen Jahren komplett auf LED-Lampen umgestellt. Es ist daher aktuell nicht vorgesehen, auf die Weihnachtsbeleuchtung komplett zu verzichten. Vielmehr wird mit einer reduzierten Weihnachtsbeleuchtung geplant, die ca. 50% der bisherigen Stromkosten einsparen soll.
  • Eine mögliche Schließung der städtischen Einrichtungen aus energetischen Gründen zwischen Weihnachten und Dreikönig wird im Moment noch geprüft.
  1. Grundsätzliche Einschätzungen

Grundsätzlich ist die Stadt Wehr mit den bereits in den letzten Jahren getroffenen Maßnahmen in den energieintensiven Bereichen wie Schwimmbäder, Kläranlage, Straßenbeleuchtung, Wasserwerk sowie den Schulen und Hallen schon länger auf dem Weg, mögliche Energieeinsparungen – insbesondere im Bereich der fossilen Energieträger – umzusetzen. Die Verantwortlichen in diesen Bereichen haben durch verschiedenste Aktivitäten den Energieverbrauch bereits in den vergangenen Jahren in erheblichem Umfang eingeschränkt. Zum einen kam dies durch Verhaltensänderung, zum anderen aber auch durch hohe Investitionen der Stadt zustande.

Auch durch die Errichtung des Nahwärmenetzes und den im Moment laufenden massiven Ausbau hat Wehr schon lange viel unternommen, um Energie einzusparen und den Bürgerinnen und Bürgern eine sinnvolle Alternative zu Gas- oder Ölheizungen geboten. Der Wärmebedarf aller städtischen Gebäude wird zu ca. 60% durch Nahwärme gedeckt. In den neueren Gebäuden werden auch Wärmepumpen in Verbindung mit Photovoltaik zur Wärmegewinnung genutzt.

Aber die Stadt möchte auch Ihren Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, Strom, Gas und andere fossile Energieträger zu sparen. So ist im Herbst einer Vortragsreihe zum Thema Energiesparen geplant, im Wehratalkurier und in den sozialen Medien werden Einspartipps für verschiedene Bereiche veröffentlicht und die Energieberatungen werden auch weiterhin an jedem letzten Donnerstag im Monat im Rathaus angeboten.

Bei einer Feierstunde des Umweltministeriums und der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg am 18.05.2022 in Reutlingen zeichnete der Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Dr. Andre Baumann, die Stadt Wehr und 26 weitere Gemeinden, Städte und Landkreise aus Baden-Württemberg mit dem begehrten „European Energy Award“ (eea) aus. Für die Stadt Wehr nahmen Herr Bürgermeisterstellvertreter Paul Erhart, der Umweltbeauftragte Clemens Thoma und Klimaschutzmanager Sven Geiger die Auszeichnung entgegen.

Beim Festakt begrüßte Dr. Volker Kienzlen, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW), die anwesenden Gäste und sagte: „Bis 2040 müssen alle Kommunen im Südwesten klimaneutral werden! Auf dem Weg dahin bietet der European Energy Award gute Hilfestellungen. So wird der Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energiequellen einfacher. Klimaschutz lohnt sich auch wirtschaftlich und bedeutet weniger Abhängigkeit von immer teurer und knapper werdenden Öl- und Gasimporten. Die Zukunft gehört der Energieeffizienz und den Erneuerbaren.“

Seit 2006 können Städte und Gemeinden im Südwesten an dem Zertifizierungsprozess zum „European Energy Award“ teilnehmen, Landkreise seit 2010. Besonders bei Letzteren ist das Programm beliebt: 27 von 35 Landkreisen nutzen aktuell den eea – unter anderem auch die Landkreise Waldshut und Lörrach. Bei den Städten und Gemeinden sind es 148 der 1.100 Kommunen im Land. Damit hat Baden-Württemberg im Vergleich zu den anderen Bundesländern die meisten eea-Kommunen in Deutschland. Knapp die Hälfte der Städte, Gemeinden und Landkreise, die deutschlandweit am „European Energy Award“ teilnehmen, stammen aus Baden-Württemberg. Rund 15 Prozent der Kommunen im Südwesten beteiligen sich, wobei die Tendenz weiter steigend ist. Europaweit sind es über 1.700 Kommunen aus 15 Ländern.

Der eea bewertet Klimaschutzaktivitäten und unterstützt die kommunalen Verwaltungen bei der Arbeit. Das Klimaschutzlabel erfasst, bewertet und überprüft regelmäßig die Maßnahmen und Aktivitäten auf lokaler Ebene. Ein solches Vorgehen zahlt sich aus, da dadurch alle Potenziale systematisch ausgeschöpft werden können. „Kommunen strukturieren und intensivieren mit dem eea ihre Klimaschutzaktivitäten“, erklärte Volker Kienzlen. „Akkreditierte eea-Berater, im Land oft Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der regionalen Energieagenturen, unterstützen sie dabei. Diese greifen den Kommunen unter die Arme, analysieren die bisherigen Maßnahmen und zeigen Optimierungsmöglichkeiten auf.“ Bei einer externen Überprüfung (Audit) im November 2021 erreichte die Stadt mit 52,8% der benötigten Punkte für diese Auszeichnung, nun erfolgte die offizielle Verleihung des eea.

„Klimaschutz beginnt im Kleinen, in den Haushalten, den Unternehmen und in den Kommunen. Die Stadt Wehr engagierte sich seit vielen Jahren für effektiven und nachhaltigen Klimaschutz – der „European Energy Award“ ist Bestätigung für dieses Engagement und Auftrag für unsere weiteren Bestrebungen,“ sagte Michael Thater, Bürgermeister der Stadt Wehr. Und Bürgermeisterstellvertreter Paul Erhart, der die Auszeichnung entgegennahm, meinte, dass sich so die großen Anstrengungen von Gemeinderat und Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren gelohnt hätten.

Kommunaler Klimaschutz zahlt sich aus – nicht nur für die Umwelt. Städte, Gemeinden und Landkreise, die die Anlagentechnik ihrer Liegenschaften erneuern, erhalten eine neue Energieinfrastruktur, sparen Energiekosten und sind künftig unabhängiger von Energieimporten. Zudem halten sie Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region.

Auch von der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesinnenministerium und SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter erhielt die Stadt Wehr viel Lob als sie sagte: „Ich bin stolz darauf, dass die Stadt Wehr und der Landkreis Waldshut für ihre Anstrengungen und Erfolge beim Umweltschutz, zur Energieeffizienz und für den Klimaschutz mit dem European Energy Award ausgezeichnet werden. Beide sind in den vergangenen Jahren große Schritte auf dem Weg zur Klimaneutralität gegangen und leisten damit in der Region einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele. Sie sind verdiente Preisträger und hoffentlich beispielgebend für viele andere kommunalen Akteure. Klimaneutralität zu erreichen, ist die größte gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Kommunales Engagement, wegweisende regionale Projekte und die gute Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Ländern und den Kommunen sind dabei die Garanten, dass wir dieses Ziel erreichen.“

Energieteam

Sven Geiger
Tel.: 07762 808-504
sven.geiger(@)wehr.de

Irina Schumacher-Greiner
Tel.: 07762 808-512
irina.schumacher-greiner(@)wehr.de

Sonja Behringer
Tel.: 07762 808-309
sonja.behringer(@)wehr.de

Anna Meier
Tel.: 07762 808-101
anna.meier(@)wehr.de

Swantje Schaubhut
Tel.: 07762 808-513
swantje.schaubhut(@)wehr.de

Lorena Brigante
Tel.: 07762 808-601
lorena.brigante(@)wehr.de

Gabriele Meisel
Tel.: 07762 808-603
gabriele.meisel(@)wehr.de

Werner Grether
Tel.: 07762 808-530
werner.grether(@)wehr.de