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Wehr

Partnerstädte – Bandol, Nettuno und Onex

Bandol Wappen

Wie war das nun mit der "Brautschau"? So poetisch bezeichnete damals eine lokale Zeitung die Partnersuche. Schon 1963 waren Bürgermeister Schmidle und der damalige Gemeinderat fest entschlossen, eine französische Partnerstadt zu finden. Neben anderen Gemeinden kam auch Bandol ins Gespräch.

Bandol

Es gab die ersten Kontakte zwischen der Mairie Bandol und dem hiesigen Rathaus. Zeitungen und private Reisende berichteten von dem Touristenort mit seiner malerischen Bucht, seiner herrlichen Strandpromenade und dem Flair mediterranen Lebens. Und dann die herbe Enttäuschung: Bandol wollte mit einem Kurort im Nordschwarzwald Kontakt aufnehmen. Die Bemühungen um eine Verbindung schienen im Sande zu verlaufen.

Doch nach den französischen Gemeindewahlen konnte man wieder hoffen. Der neue Bürgermeister Francois Fabre setzte sich entschieden für die Verschwisterung mit Wehr ein. Bereits im Herbst 1966 kam er nach Wehr und leitete mit Bürgermeister Schmidle zielstrebig die Partnerschaft ein, die in Bandol am 27. Mai und in Wehr am 14. Oktober 1967 unter großer Beteiligung der Bevölkerung vollzogen wurde.

Trotz der unterschiedlichen Vereinsstruktur in den beiden Städten und damit verbundenen Problemen der Kontaktpflege gab es immer wieder Begegnungen. Die Chronik berichtet von Treffen der Automobilclubs und Feuerwehren. Die Kirchenchöre besuchten sich gegenseitig und Jugendfußballer und Tennisclubs nahmen an Turnieren in der jeweiligen Partnerstadt teil. Regen Austausch pflegen in jüngster Zeit die Mitglieder des Schwarzwaldvereins mit den Wanderfreunden in Bandol. In jüngster Zeit erlebt die traditionelle Freundschaft zwischen den Feuerwehren eine erfreuliche Renaissance.

Gewürdigt wurde die erfolgreiche Partnerschaftsarbeit durch Auszeichnungen der Vereinigung France-Allemagne und der Europa-Union. Bürgermeister Wucherer, dem die Verschwisterung sehr am Herzen lag, konnte die Verdienstmedaille der deutsch-französischen Kulturstiftung entgegennehmen.

Man war schon früh übereingekommen, die Verschwisterung alle fünf Jahre zu feiern. So wurde bereits das Zehnjährige, bei dem annähernd 200 Bandoler und 250 Wehrer in die Partnerstadt reisten, zu einem Höhepunkt mit Sternmärschen, Folklore, Konzerten und Ausstellungen. Bürgermeister Christian Goux, der Francois Fabre abgelöst hatte, freute sich über die dabei überreichte Skulptur, die in ihrer Symbolik an die stets wachsende Freundschaft erinnern sollte und einen schönen Platz am Hafen fand. Im familiär-freundschaftlichen Rahmen verliefen auch die nachfolgenden Jubiläen, bei denen die jeweiligen Bürgermeister ihren festen Willen bekundeten, das Begonnene fortzusetzen und die Freundschaft über die politischen und sprachlichen Grenzen hinweg zu vertiefen.

Schüler

Begonnen hat es damit, dass eine 9. Realschulklasse im Sommer 1967 einer Einladung Bandols zum ersten Sommeraufenthalt folgte und begeistert davon zurückkehrte. Seither besuchen Jahr für Jahr Schüler und Jugendliche ihre jeweilige Schwesterstadt. Kontakte unter Gleichaltrigen, das Kennenlernen von Land und Leuten und nicht zuletzt Kurzweil und Ferienspaß ergeben immer eine gute Mischung.

Bandol

Wehr und Bandol: zwei Städte, die nicht nur in ihrem äußeren Erscheinungsbild, sondern auch in ihrem Wesen ganz unterschiedlich sind. Aber in beiden gibt es in der Bevölkerung eine positive Grundeinstellung zum Verschwisterungsgedanken. Es ist selbstverständlich geworden, die Partnerstadt in das Gemeindeleben einzubeziehen. Delegationen sind bei allen wichtigen Ereignissen dabei, eine Skulptur des Bandoler Bildhauers V. Dionis schmückt den Rathauspark, eine Schwarzwaldtanne übermittelt jedes Jahr die Weihnachtsgrüße. Trotz unterschiedlicher Sprache und Mentalität wird immer mehr bewusst, dass in der Partnerstadt Menschen wie du und ich mit den gleichen Freuden und Sorgen leben.

Nettuno und Onex

Bandol

Längst beschränken sich die freundschaftlichen Kontakte der Wehrer nicht mehr nur auf Bandol, sind vielmehr auch die anderen beiden, später hinzugekommenen Partnerstädte der provenzalischen Hafenstadt in die Städtefreundschaft miteinbezogen: das am Mittelmeer vor den südlichen Toren Roms gelegene Nettuno in Italien und das mit der schweizerischen Metropole Genf nahezu verschmolzene Onex sind längst ein fester Bestandteil auch der Wehrer Jumelage geworden und immer dabei, wenn größere Feiern einen äußerlichen Anlass bieten.

So ist mit den Jahren eine Freundschaft von europäischer Dimension entstanden, die wiederum einen Bogen schlägt zum Ursprungsgedanken jeder Städtepartnerschaft: ein Europa des Friedens und der Völkerfreundschaften zu schaffen, geeint und nicht getrennt durch Grenzen. Ein weltoffenes Europa, das seine Traditionen pflegt und bewahrt und sich doch gegenseitig mit seinen regionalen Unterschiedlichkeiten bereichert.

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