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Wehr

Burgen/Schlösser/Kloster – Historische Gebäude von besonderem Wert

Vorwort

Mit zwei Burgruinen, zwei Schlössern/Herrensitzen und den noch im Boden befindlichen Resten des Frauenklosters Klingental besitzt die Stadt Wehr eine ungewöhnliche Dichte an historischer Bausubstanz. Dies zeigt, dass das Wehratal von Bedeutung war – nicht zuletzt infolge der Eisenherstellung, die bereits im 13. Jahrhundert dokumentiert ist.

Burgruine Werrach/Schlössle

Burgruine Werrach Schlössle

Die Burgruine Werrach, auch Schlössle genannt, liegt auf einem Felssporn am Aufgang zum Hotzenwald. Sie wird erstmals 1098 erwähnt. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts kam sie in den Besitz der Herren von Klingen. Auf Burg Werrach zeichnete der Minnesänger Walther von Klingen verschiedene Urkunden. Sie lag an der Grenze des Einflussbereichs der Basler Bischöfe und der Habsburger. 1272 wurde Burg Werrach von Rudolf von Habsburg in Besitz genommen und mitsamt dem Wehratal in die Herrschaft der Habsburger integriert. Bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts saßen die Herren von Schönau als Vasallen der Habsburger auf Burg Werrach. Später wurde das Bauwerk dem Verfall überlassen. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Burgruine vom Schwarzwaldverein schrittweise für Besucher hergerichtet. Auf Burg Werrach befinden sich ein Informationspavillon zur Stadtgeschichte, eine Bronzetafel zur Geschichte der Ruine sowie der Sagenpfad am Schlössle (Flyer vorhanden).

Burgruine Bärenfels/Steinegg

Bärenfels

Die Burgruine Bärenfels, früher auch Steinegg genannt, befindet sich am Eingang zur Wehraschlucht hoch oberhalb von Wehr am Aufgang zum Hotzenwald. Ihre Anfänge liegen im Dunkeln. Im 13. Jahrhundert scheint Burg Bärenfels in den Besitz der Herren von Schönau gelangt zu sein. Später waren die Markgrafen von Hachberg Besitzer. Sie überließen die Burg den Herren von Bärenfels, ein Basler Rittergeschlecht, nach dem Bärenfels heute benannt ist. Die Burgruine wurde seit dem Ende des 19. Jahrhunderts vom Schwarzwaldverein für Besucher hergerichtet. Vom weithin sichtbaren Turm aus genießt man einen herrlichen Panoramablick über das Schweizer Jura, den Dinkelberg und das Wiesental.

Das Alte Schloss der Herren von Schönau

Rathaus Altes Schloss

Das am südlichen Ende der Hauptstraße gelegene Alte Schloss der Herren von Schönau ist ein schlichter Bau der deutschen, noch mit spätgotischen Formen durchsetzten Renaissance. Erbaut wurde es zwischen 1570 und 1574 von Hans Jakob von Schönau und seinem Sohn Hans Rudolf. Es diente als Wohnsitz der Adelsfamilie, später als Amtshaus sowie als Mühle. 1901 ging es in den Besitz der Papierfabrikanten Lenz über, die es 1971 an die Stadt Wehr verkauften. Von 1975 bis 1977 umfassend renoviert, dient es heute der Stadtverwaltung. Im Dachgeschoss befindet sich die städtische Galerie. In den Gängen des Alten Schlosses ist die Geschichte der Herren von Schönau dokumentiert.

Das Neue Schloss der Herren von Schönau

Neues Schloss

Das Neue Schloss – gegenüber vom Alten Schloss - wurde 1748 von Fidel Josef Franz Anton von Schönau erbaut. Es ist im Stil des späten Barock gehalten. 1893 verkaufte es die Adelsfamilie an die Gemeinde Wehr, die es seit 1895 als Rathaus verwendet. Das von Luigi Bossi aus Porto/Lugano gestaltete Musikzimmer ist ein „Kleinod barocker Kunst“. Die feinen Stuckarbeiten umspielen Motive aus der Welt der Musik. Stilistisch bewegen sie sich „zwischen rokokohaften und klassizistischen Tendenzen“. Hier feierten die Herren von Schönau rauschende Feste, wie sie von der Schriftstellerin Hermine Villinger beschrieben wurden. Zur Zeit der Badischen Revolution 1848/49 wurde das Neue Schloss von Freischärlern heimgesucht. Ein Höhepunkt seiner Geschichte war 1880 der Besuch des badischen Erzherzogs Friedrich I., der hier übernachtete. Nach Voranmeldung bei der Tourist-Info Wehr (07762-808-601) kann das Musikzimmer (heute Trausaal) besichtigt werden.

Angesichts dieser Unsicherheiten, aber auch weil sich der Dominikanerorden auf die Frauenseelsorge in den Städten konzentrierte, zogen die Nonnen 1274 nach Kleinbasel. Sie errichteten ein neues Kloster, das die Erinnerung an seinen Stifter Walther von Klingen wach hielt. Es wurde 1557 im Zuge der Reformation aufgehoben. Das Patronat über St. Martin ging an die Stadt Basel und endete erst 1818!

Die Stadt Wehr plant die Erschließung des ehemaligen Klostergeländes, das 2006/2008 durch Geo-Radar-Untersuchungen genau vermessen wurde. Im Bereich Wolfgangskapelle/Schwimmbad wird in den nächsten Jahren eine Dokumentationsstätte zum Kloster Klingental entstehen.

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